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Kaufberatung

Der richtige Metallbohrer

2-10-2025
Verfasst von: Johannes Joelsson
Damit das Bohren in Metall funktioniert, braucht es die richtigen Voraussetzungen. Der passende Bohrer und die richtige Schnittgeschwindigkeit bringen dich weit – und auf lange Sicht wirst du davon profitieren!

Materialgruppen

Alle Bohrer gehören zu einer der folgenden Werkstoffgruppen. Diese Gruppen definieren die jeweiligen Einsatzbereiche des Bohrers.

Beispiele für Anwendungsbereiche:

P – Stahl und Gussstahl

M – Edelstahl

K – Gusseisen

N – Nichteisenmetalle

S – Warmfeste Legierungen

H – Gehärtete Werkstoffe

Alle Gruppen werden anschließend in Untergruppen eingeteilt, die auf ihrer Struktur oder Zusammensetzung basieren.

Ein Beispiel dafür ist ein Bohrer aus der Gruppe M, der in fünf Untergruppen unterteilt wird:

  • Ferritischer Edelstahl
  • Martensitischer Edelstahl
  • Austenitischer Edelstahl
  • Austenitisch-ferritischer (Duplex) oder austenitischer Edelstahl
  • Ausscheidungshärtender, austenitischer Edelstahl

Eine letzte Unterteilung berücksichtigt Materialeigenschaften wie Härte und Streckgrenze. Diese dient dazu, dir eine vollständige Werkzeugempfehlung mit Schnittdaten zu geben – einschließlich Startwerten für Schnittgeschwindigkeit und Vorschub.

Achte auf die Schneidegeschwindigkeit!

Die Schnittgeschwindigkeit ist eines der wichtigsten Details beim Bohren.

Sie wird von drei Faktoren bestimmt, und deshalb ist es wichtig, dass du alle diese Aspekte im Blick hast, wenn du Bohrer kaufst:

  • Welches Material du bohren willst
  • Den Durchmesser des Materials
  • Welches Werkzeug du verwendest und welchen Vorschubwert du wählst

Dies gilt vor allem beim Bohren mit Ständerbohrmaschinen und beim Bohren in härtere Materialien.

Beim Bohren mit einem Akkuschrauber empfiehlt es sich, langsam zu beginnen, damit der Bohrer sauber ins Material eindringen kann, und die Geschwindigkeit dann schrittweise zu erhöhen. Schnell ist nicht immer besser – besonders beim Bohren in Edelstahl oder andere harte Metalle. Hier musst du oft mit einer niedrigeren Drehzahl arbeiten und etwas mehr Zeit und Sorgfalt investieren.

Wenn du das nicht tust, verschleißen deine Bohrer deutlich schneller – und am Ende sparst du keine Zeit, weil du neue Bohrer kaufen musst.

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Die Eigenschaften des Bohrers

Spiralnut

Die Spiralnut beeinflusst den Spanabfuhrprozess. Es ist wichtig, den richtigen Spiralwinkel für das zu bohrende Material zu wählen. Außerdem muss die Länge der Spiralnut größer sein als die Tiefe des Bohrlochs. Ist das nicht der Fall, kommt es zu Spanklemmungen – dabei bleiben Metallspäne in den Bohrnuten stecken und verstopfen diese.

Bohrspitze

Bohrspitzen gibt es in vier verschiedenen Formen:

N-förmige Bohrspitzen

  • Am weitesten verbreitet
  • Nicht selbstzentrierend → in den meisten Fällen ist ein Körner notwendig, um die Position genau zu treffen

C-förmige Bohrspitzen

  • Mit vier Schneiden statt zwei
  • Wirken wie ein Spanbrecher → erzeugen kleinere Späne, die leichter abgeführt werden
  • Benötigen weniger Vorschubkraft
  • Selbstzentrierend

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  • Kombinieren die Vorteile von N- und C-förmigen Bohrspitzen
  • Verringern den Vorschubkraftbedarf noch stärker als C-förmige Spitzen
  • Vollständig selbstzentrierend

A-förmige Bohrspitzen

  • Werden häufig für größere Bohrdurchmesser und härtere Materialien verwendet
  • Verringern den Vorschubkraftbedarf
  • Selbstzentrierend

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Vergiss nicht das Schneidöl!

Die Rolle der Schneidflüssigkeit

Die Schneidflüssigkeit hat die Aufgabe, beim Bohren die Temperatur niedrig zu halten und den Bohrer zu schmieren, um die Arbeit bei hoher Belastung zu erleichtern.

Die beim Bohren entstehenden Späne gleiten mit Schneidflüssigkeit leichter durch die Bohrnuten nach oben. Das verringert das Risiko von Spanklemmungen, die oft zum Abbrechen des Bohrers führen.

Verschiedene Gruppen von Schneidflüssigkeiten

Schneidöl

  • Wird nicht mit Wasser vermischt, sondern pur verwendet
  • Hat eine stark schmierende Wirkung, bietet aber nur wenig Kühlung

Emulsion

  • Wasserverdünnbare Schneidflüssigkeit mit Mineralöl
  • Bildet eine milchige Flüssigkeit
  • Bietet Kühlung und etwas Schmierung
  • Synthetische Schneidflüssigkeit
  • Wasserverdünnbar, ohne Mineralöl
  • Bildet eine klare Flüssigkeit
  • Bietet Kühlung, jedoch keine Schmierung

Welche Schneidflüssigkeit solltest du verwenden?

Beim Bohren → Schneidöl, da hier eine Flüssigkeit mit starken Schmiereigenschaften erforderlich ist.