So findest du den richtigen Stromerzeuger
Verfasst von: Victor Lundqvist & Mathias Stockhaus
Wir bei Duab haben viel Erfahrung mit Stromerzeugern und bekommen oft Fragen von Kunden, welches Modell sie wählen sollen. Unsere einfachste Antwort ist: Definiere zuerst, wofür der Generator verwendet werden soll. Soll er eine oder mehrere Maschinen betreiben? Soll er als Notstromversorgung dienen? Wird er immer an einem festen Ort genutzt, oder muss er mobil und leicht zu transportieren sein?
Wähle den richtigen Stromerzeuger auf Basis deiner Anforderungen
Wofür du deinen Stromerzeuger nutzen möchtest, ist ein entscheidender Faktor bei der Auswahl. Ein Generator, der als Notstromversorgung im Haus dienen soll, braucht andere Eigenschaften als ein mobiler Generator, der Maschinen auf dem Land oder den Fernseher im Boot betreiben soll.
Inverter-Stromerzeuger vs. klassische Stromerzeuger
Inverter-Generatoren sind eine moderne Art von Stromerzeugern, die eine reine Sinuswelle liefern – im Gegensatz zu klassischen Generatoren, die nur eine modifizierte Sinuskurve, die sogenannte Treppenstufenwelle, erzeugen. Ein Inverter-Stromerzeuger ist notwendig, wenn du Haushaltsgeräte wie Küchenausstattung, Computer, Handyladegeräte oder empfindliche Elektronik wie medizinische Geräte, Telekommunikationseinrichtungen oder Messinstrumente betreiben willst. Wenn du solche Geräte an einen klassischen Generator anschließt, kann es zu Problemen kommen: Lampen können flackern, Lautsprecher können brummen – und im schlimmsten Fall kann die Elektronik beschädigt oder zerstört werden.
Soll ich einen Inverter- oder klassischen Generator wählen?
- Wähle einen Inverter-Generator, wenn du unsicher bist, ob die Geräte, die du anschließen möchtest, empfindlich auf die Stromqualität reagieren. Inverter-Modelle sind meist kleiner, leichter und leiser als klassische Generatoren – aber auch teurer.
- Wähle einen klassischen Generator, wenn du Geräte betreiben möchtest, die keine reine Sinuswelle benötigen – zum Beispiel Werkzeuge und Maschinen, wie sie typischerweise in Garage und Werkstatt verwendet werden. Ein Generator mit
Mobile Stromerzeuger für Werkzeug und Maschinen
Für dich, der mit elektrisch betriebenen Maschinen und Werkzeugen auf verschiedenen Baustellen arbeitet, wo nicht immer Strom zur Verfügung steht, ist ein mobiler Generator eine gute Lösung.
Um Maschinen und Geräte zu betreiben, wie sie typischerweise in Garage, Werkstatt oder im Außenbereich verwendet werden, ist ein klassischer Generator mit offenem Rahmen eine gute Wahl. Er ist zwar laut, aber ein stabiles und kostengünstiges Modell in Bezug auf die abgegebene Leistung. Dies ist die häufigste Wahl unter Handwerkern, Bauunternehmen und Bauarbeitern, die mobile Stromversorgung benötigen.
Wichtig: Wenn du auch empfindliche Elektronik wie Computer oder Messinstrumente betreiben musst, benötigst du einen modernen Generator mit Inverter-Technologie.
Mobile Generatoren für Freizeit und Camping
Mit einem mobilen Generator hast du jederzeit Zugriff auf Strom – egal ob du mit dem Boot unterwegs bist, mit Wohnmobil oder Wohnwagen campst oder ein Ferienhaus ohne Stromanschluss besitzt.
Beachte: Wenn du Fernseher oder Computer betreiben willst, benötigst du einen Inverter-Generator, der für empfindliche Elektronik geeignet ist. Diese sind meist kleiner und leiser als klassische Modelle und daher die beste Wahl für Freizeit und Reisen.
Notstromaggregat für zuhause
Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Notstromgenerator für den Haushalt. Er ist eine gute Absicherung bei Stromausfällen und Störungen im Stromnetz.
Wichtig ist, ein Aggregat mit ausreichend Kapazität zu wählen, das alle elektrischen Geräte im Haus gleichzeitig versorgen kann, die du während eines Stromausfalls nutzen möchtest. Notstromgeneratoren für den Hausgebrauch sind meist dieselbetrieben, da sie größer sind und die benötigte Leistung zuverlässig liefern können.
Generatoren für Industrie und Prozess
Wenn du robuste und zuverlässige Generatoren als Backup für die Stromversorgung in Industrie und Produktion benötigst, sind größere dieselbetriebene Notstromaggregate die richtige Wahl – stabil und leistungsstark.
Große Notstromanlagen für Industriebetriebe erfordern in der Regel eine stationäre Installation. Sie sind normalerweise mit Überwachungssystemen, Überlastungsschutz sowie Lärm- und Vibrationsdämpfern ausgestattet, um optimal in technisch anspruchsvollen Umgebungen zu funktionieren.
Wichtige technische Parameter für die Wahl des Stromerzeugers
Antriebsquelle des Stromerzeugers: Diesel oder Benzin
Generatoren können mit Diesel oder Benzin betrieben werden. Es gibt dabei kein grundsätzliches „richtig“ oder „falsch“ – die Wahl hängt von deinen Bedürfnissen und Vorlieben ab:
Benzinbetriebene Stromerzeuger gibt es in vielen Modellen und Größen, von kleinen 1-Phasen-Geräten bis zu großen 3-Phasen-Aggregaten. Sie eignen sich für viele verschiedene Einsatzbereiche.
Dieselbetriebene Generatoren sind meist etwas größer und leistungsstärker als Benziner. Sie sind oft eine gute Wahl für Bau- und Handwerksbetriebe, wo mehrere Maschinen gleichzeitig betrieben werden müssen. Auch als Notstromaggregate sind sie eine sehr gute Alternative.
Traktor-Generatoren werden über die Zapfwelle eines Traktors betrieben. Eine praktische Lösung für Land- und Forstwirtschaft als Notstromversorgung.
Betriebsspannung: 1-Phase oder 3-Phase
Bevor du dich für einen Generator entscheidest, musst du wissen, ob du 1-Phasen- oder 3-Phasen-Strom benötigst:
Für Maschinen mit 1-Phase brauchst du einen 1-Phasen-Generator (230 V, wie normale Haushaltssteckdosen).
Für 3-Phasen-Maschinen brauchst du einen 3-Phasen-Generator (400 V). Diese werden häufig im Bau und in der Industrie genutzt, aber auch für leistungsstarke Haushaltsgeräte wie Herd, Waschmaschine oder bestimmte Bau- und Industriemaschinen.
Theoretisch kannst du ein 3-Phasen-Aggregat auch mit 1-Phasen-Geräten kombinieren. In diesem Fall sinkt die nutzbare Leistung jedoch deutlich – normalerweise auf nur 30–35 % der Maximalleistung, da nur eine der drei Phasen genutzt wird.
Generatorleistung: Watt und Anlaufstrom
Um die richtige Leistung deines Generators zu bestimmen, musst du die Geräte prüfen, die angeschlossen werden sollen: Wie viel Leistung (Watt) benötigen sie? Welchen Anlaufstrom haben sie? Wenn du mehrere Geräte gleichzeitig betreiben möchtest, addiere ihre Gesamtleistung. Der Generator muss diese Gesamtlast abdecken – besser ist es, ein Modell mit etwas Leistungsreserve zu wählen.
Empfehlung: Belaste den Generator maximal zu 50 % seiner Nennleistung, um Probleme und Überlastungen zu vermeiden.
Induktive Last – Berücksichtigung des Anlaufstroms
Einige Geräte haben eine induktive Last. Das bedeutet, dass sie beim Start deutlich mehr Leistung benötigen als während des Betriebs – teilweise das Fünffache der angegebenen Dauerleistung.
Beispiele: Kühlschränke, Mikrowellen, Kompressoren.
Wähle deshalb einen Generator, der den Anlaufstrom deiner Geräte problemlos bewältigen kann.
Unterschied zwischen kW und kVA
kW (Kilowatt) = „aktive Leistung“, die tatsächlich als nutzbare Energie zur Verfügung steht.
kVA (Kilovoltampere) = „Scheinleistung“, also die gesamte Leistung, die im System bewegt wird.
In der Praxis gilt: 0,8 kW = 1,0 kVA.
So berechnest du die Leistung
Für 1-Phase:
Ampere × Volt = Watt
Für 3-Phase:
Strom = Volt × √3 × Leistungsfaktor (cos φ)
Beispiel:
2000 W = 400 V × 1,73 × 0,8 = 553,6
2000 W / 553,6 = 3,6 A
Umrechnung von kVA in kW:
kVA × 0,8 = kW
Parallelschaltung für mehr Leistung
Einige Generatoren lassen sich parallel schalten, um die Leistung zu verdoppeln. Falls du das benötigst, prüfe, ob dein Modell diese Funktion unterstützt.
Weitere wichtige Funktionen
Betriebsdauer
Abhängig von Leistung und Tankgröße. Größere Tanks ermöglichen längere Laufzeiten, machen den Generator aber schwerer und weniger mobil.
Wartung
Einsatzgebiet und Umgebung beeinflussen Wartungsintervalle. In staubigen und schmutzigen Umgebungen müssen Öl und Filter häufiger gewechselt werden.
Lautstärke
Klassische Generatoren sind lauter als moderne Inverter-Generatoren. Wenn du den Generator oft oder lange einsetzt, wähle ein geräuschgedämmtes Modell.
Spannungsregelung
Kompound-Regelung (elektromagnetisch):
Ideal für Geräte mit hohem Anlaufstrom wie Kompressoren, Kreissägen oder Pumpen.
AVR-Regelung (elektronisch):
Reagiert schneller auf Spannungsschwankungen, geeignet für empfindliche Elektronik wie Ladegeräte, kleine USVs oder elektronische Stromversorgungen. Achtung: benötigt eine gute Erdung.
Häufige Fragen zu Stromerzeugern
Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Generator und einem Inverter-Generator?
Traditionelle Generatoren gibt es seit vielen Jahrzehnten und sie sind die gängigste Wahl, wenn du Maschinen in Garage oder Werkstatt betreiben möchtest. Der erzeugte Strom ist jedoch nicht so sauber und stabil wie der aus der Steckdose. Diese Generatoren sind lauter, dafür aber meist günstiger.
Inverter-Generatoren sind eine modernere Form von Generatoren, die eine reine Sinuswelle liefern – dieselbe Stromqualität wie aus der Steckdose zu Hause. Daher eignen sie sich auch für empfindliche Elektronik wie Computer, Fernseher, medizinische Geräte oder Messinstrumente. Inverter-Generatoren sind meist kleiner, leiser, verbrauchen weniger Kraftstoff und bieten oft zusätzliche Funktionen. Im Gegenzug sind sie teurer als herkömmliche Generatoren.
Kann man 3-Phasen-Generatoren mit 1-Phasen-Maschinen kombinieren?
Ja, technisch ist das möglich. Allerdings kommt es dabei zu einem Leistungsverlust: Bei 1-Phasen-Nutzung eines 3-Phasen-Generators können in der Regel nur 30–35 % der Maximalleistung genutzt werden, da lediglich eine der drei Phasen belastet wird.